Am 25. September 2011 ist Berlin Marathon und ich bin dabei. Zumindest bin ich angemeldet. Am 19. Januar 2011 habe ich für mich und drei weitere Personen Flüge nach Berlin mit Air Berlin gebucht. Ob ich letztendlich an den Start gehen werde, hängt auch ein wenig davon ab, welches Timing meine Frau an den Tag legt. Wir haben nämlich mittlerweile eine neue Situation: Es hat sich Nachwuchs angekündigt. Das Timing ist super, der derzeitige Termin ist auf den 17. Oktober 2011 errechnet. Das bedeutet: Man kann nichts planen.
Ich bin mit meiner Frau so verblieben, dass wir einfach kurz vorher sehen werden, ob sich der Termin so nach vorne verschiebt, dass man schon Ende September damit rechnen kann, dass es los geht. In diesem Fall würde ich den Marathon sausen lassen und mich in der Heimat auf das Wesentliche konzentrieren.
Was aber keinesfalls geht: Dass meine Frau mitfliegt. Zum einen wird sie keine große Lust mehr haben, in dieser Phase ein Flugzeug zu besteigen und auf der anderen Seite nimmt sie auch keine Fluglinie in diesem Zustand mit.
Und da sind wir beim Problem: Einer der gebuchten Flüge war für meine Frau bestimmt.
Jetzt hab ich mir als normal denkender Mensch gedacht: “In diesem besonderen Fall wird Air Berlin sicher Verständnis haben und etwas lockerer mit meiner Umbuchung umgehen”. Denkste!
Meine erste Anfrage hat ergeben, dass eine Umbuchung selbstverständlich möglich ist. Bis 30 Minuten vor Start kann man das noch machen. Allerdings fallen dann 30 Euro Umbuchungsgebühren an und eine eventuelle Differenz zwischen dem ursprünglichen und dem aktuellen Flugpreis ist auch noch zu bezahlen.
Sagt mal, geht’s noch? Okay, die 30 Euro sehe ich ein, wobei ich in diesem Fall auch nicht außerordentlich überrascht gewesen wäre, wenn Air Berlin gesagt hätte, dass man darauf verzichten kann. Schließlich ist es ja nicht so, dass wir aus einer Laune heraus wild durch die Gegend buchen wollen. Meine Frau ist schwanger, sie kann nicht fliegen und sie darf es auch gar nicht mehr. Ich möchte das Gesicht der Dame am Schalter sehen, wenn eine Frau im 9. Monat einchecken will.
Aber uns daraus jetzt eine Neubuchung zu konstruieren, halte ich für falsch.
30 Euro. Denken wir mal drüber nach. Was ist dafür zu tun? Man überschreibt den bestehenden Namen mit einem neuen und trägt ein anderes Geburtsdatum ein. Selbst eingeschränkt fähige Menschen sollten das in unter fünf Minuten hinbekommen. Inklusive Zigarettenpause. Dazu kommen weitere fünf Minuten dafür, dass jemand meine Mail liest. Macht insgesamt 10 Minuten Aufwand, der mit 30 Euro vergütet wird. Das ergibt einen Stundenlohn von 180 Euro. Nicht schlecht. Also sollten mit den 30 Euro abgesehen vom Kunden doch alle zufrieden sein.
Aber jetzt noch die Differenz der beiden Flugpreise zu verlangen, ist dreist. Noch mal zur Erinnerung: Wir haben uns nicht dazu entschieden, doch jemand anderen fliegen zu lassen. Wir haben keine andere Wahl und selbst wenn wir wollten, uns (bzw. meine Frau) würde Air Berlin auch nicht mehr befördern.
Unser Flug im September geht am Freitag von München nach Berlin und am Dienstag wieder zurück. Wäre das die Konstellation von diesem Wochenende, würde der Flug heute 261,02 Euro kosten. Rechnet man nun die Differenz auf den schon entrichteten Preis an und addiert man die 30 Euro Gebühren, würden wir auf eine Nachzahlung von 201,04 Euro kommen. Der Flug wäre also dann knapp 300 Euro teuer.
Übrigens: Auf meine Beschwerde habe ich zwei Seiten Antwort bekommen. Die Mitarbeiterin der Fluglinie hat es allerdings geschafft, darin bis auf ihren Namen keine neue Information unterzubringen. Es wird nur noch einmal heruntergebetet, dass eine Namensänderung einer Neubuchung gleich kommt und daher die Kosten gerechtfertigt sind.
Im Falle der Umbuchungsgebühren sehe ich das ein. Was die Different angeht: Definitiv nicht. So kann man auch sein Geld verdienen. Air Berlin, das war nix.
So wie es aussieht, werden wir den Flug verfallen lassen. Den unflexiblen Air Berlinern noch mehr Geld in den Rachen zu werfen ist in diesem Fall die schlechteste aller Lösungen.
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